Ortsbeirat 1

GRÜNE mit hauchdünnem Vorsprung stärkste Kraft, AfD erreicht aus dem Stand 8,9 Prozent

Im Ortsbeirat 1 wurden die Grünen mit 21,3 Prozent nach 2021 erneut die stärkste Kraft, wenn auch mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 290 Stimmen (0,1 %-Punkte) gegenüber der zweitplatzierten CDU. Die Grünen erlitten dabei deutliche Verluste von 4,9 Prozentpunkten. Ein zweistelliges Ergebnis erreichten die SPD (15,8 %) und Die Linke (13,3 %). Den höchsten Zugewinn verzeichnete die AfD mit einem Plus von 8,9 Prozentpunkten und konnte auf Anhieb mit zwei Mandaten in den Ortsbeirat einziehen, nachdem sie 2021 noch nicht angetreten war. CDU (+3,1 %-Punkte), Die Linke (+2,7 %-Punkte), SPD (+1,1 %-Punkte), Volt (+0,7 %-Punkte) und DFRA (+0,2 %-Punkte) konnten ihre Stimmenanteile ebenfalls steigern. Die stärksten Verluste musste die FDP hinnehmen. Gegenüber der Ortsbeiratswahl 2021 sank ihr Stimmenanteil um 5,2 Prozentpunkte. ÖkoLinX (-2,2 %-Punkte), FREIE WÄHLER (-1 %-Punkt), BFF (-0,9 %-Punkte) und Die PARTEI (-0,8 %-Punkte) büßten ebenfalls Stimmenanteile ein.

Lage des Ortsbezirks 1 – Innenstadt I im Stadtgebiet

Ortsbeirat 1: Stimmenanteile und -veränderungen

CDU und GRÜNE gleich stark vertreten – drei Kleine fliegen raus

Die Grünen konnten im Vergleich zur letzten Wahl im Jahr 2021 zwar gemessen an den Stimmenanteilen ihre Position als stärkste Kraft denkbar knapp verteidigen, sie verloren aber einen Sitz im Ortsbeirat. Mit jeweils vier Mandaten stellt sie in Zukunft gemeinsam mit der CDU, die einen Sitz dazugewinnen konnte, die meisten Ortsbeiratsmitglieder. Neben der CDU konnte auch Die Linke einen Sitz hinzugewinnen, wogegen BFF, Die PARTEI und ÖkoLinX ihr jeweils einziges Mandat abgeben mussten und nun nicht mehr Teil des Ortsbeirats sind.

Ortsbeirat 1: Sitzverteilung

19 Sitze

CDU-Ortsvorsteher erhält meiste Stimmen

Die meisten Stimmen konnte der bisherige Ortsvorsteher Michael Weber (CDU) mit 7.195 auf sich vereinen. Den höchsten Anteil an Stimmen aus veränderten Stimmzetteln hatte Stefanie Schwerdtfeger (GRÜNE). Mit 49 Prozent ging fast die Hälfte ihrer Stimmen aus veränderten Stimmzetteln hervor. Am stärksten von panaschierten Stimmen von Stimmzetteln mit Listenkreuz bei einer anderen Liste profitierte mit 10,3 Prozent Volt-Kandidat Dr. Sean O’Sullivan.

Ortsbeirat 1: Stimmen für die gewählten Bewerberinnen und Bewerber

Wahlbeteiligung steigt erneut, liegt aber noch knapp unter 40 Prozent

Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zur Ortsbeiratswahl 2021 um 2,4 Prozentpunkte auf 39,9 Prozent. Nach dem Tiefpunkt 2016, bei dem mit 28,5 Prozent gleichzeitig auch die niedrigste Wahlbeteiligung unter allen Ortsbeiratswahlen verzeichnet wurde, erreichte sie nun den höchsten Wert seit der erstmaligen Anwendung von Kumulieren und Panaschieren bei den Kommunalwahlen 2001. Im Vergleich zu den anderen Ortsbeiratswahlen am 15. März 2026 blieb die Beteiligung an der Wahl zum Ortsbeirat 1 jedoch weiterhin eher niedrig. Nur bei der Wahl zum Ortsbeirat 6 fiel sie noch geringer aus.

Ortsbeirat 1: Entwicklung der Wahlbeteiligung

Keine großen Listenplatzverbesserungen im Ortsbeirat 1

Große Listenplatzverbesserungen gab es im Ortsbeirat 1 nicht. Kandidatinnen und Kandidaten konnten sich maximal um drei Plätze innerhalb ihrer Liste verbessern und von diesen Bewerberinnen und Bewerbern schaffte es niemand, einen Sitz im Ortsbeirat zu erlangen. Drei Kandidatinnen verbesserten sich aber um einen Listenplatz und konnten dadurch in den Ortsbeirat einziehen: Dr. Shirin Shakouri (SPD), Silke Becker (GRÜNE) und Britta Brandau (Die Linke).

Ortsbeirat 1: Erfolgreichste Listenplatzverbesserungen

GRÜNE erhalten meiste Stimmen von Fremdlisten, geben aber auch am meisten Stimmen ab

Im Ortsbeirat 1 waren vom Panaschieren besonders die Grünen betroffen. Einerseits verteilten Wählerinnen und Wähler, die ihr Listenkreuz bei den Grünen gemacht hatten, im Vergleich zu Wählerinnen und Wählern anderer Listen mit 1.698 Stimmen die meisten Kreuze an andere Listen. Andererseits profitierten Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen mit 1.238 Stimmen am meisten von panaschierten Stimmen von Bürgerinnen und Bürgern, die ihr Listenkreuz nicht bei den Grünen gemacht hatten.

Ortsbeirat 1: Panaschierte Stimmen aus Stimmzetteln mit einem Listenkreuz

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Mit Abstand Frankfurts jüngster Ortsbeirat

Der neue Ortsbeirat 1 ist mit einem Durchschnittsalter von rund 41 Jahren der mit Abstand jüngste Ortsbeirat Frankfurts. Mit 37,4 Prozent hat er zwar auch den höchsten Anteil an Wahlbevölkerung im Alter von 18 bis 34 Jahren, aber nur 32,5 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber fielen in diese Altersgruppe. Umso deutlicher sprachen sich die Wählerinnen und Wähler für junge Kandidatinnen und Kandidaten aus. Im neuen Ortsbeirat sind 47,4 Prozent der Mitglieder zwischen 18 und 34 Jahre alt. Dagegen ist der Anteil der Mitglieder im Alter von 60 Jahren und älter mit 10,5 Prozent nur gut halb so groß wie in der Wahlbevölkerung (19,8 %).

Ortsbeirat 1: Altersstruktur der Gewählten, Bewerber/-innen und Wahlbevölkerung

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