Ergebnisse im Überblick

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Von: Dr. Ralf Gutfleisch und Anke Jeschke

CDU vorne, Kräfteverhältnisse verschoben sich

Bei der Stadtverordnetenwahl in Frankfurt am Main 2026 wurde die CDU mit 25 Prozent stärkste Kraft. Damit liegt sie vor den Grünen, die nach ihrem ersten Platz bei der Wahl 2021 klar Stimmen verloren (-3,8 %-Punkte) und diesmal auf 20,8 Prozent kamen. Die SPD blieb mit 16,6 Prozent in einer ähnlichen Größenordnung wie bei der vergangenen Wahl. Aufgrund der insgesamt höheren Wahlbeteiligung im Jahr 2026 (+4,5 %-Punkte) konnte sie zwar absolut 307.223 Stimmen hinzugewinnen, verlor aber relativ leicht an Anteil (-0,4 %-Punkte).

Unter den weiteren Parteien erreichte Die Linke 9,2 Prozent, gefolgt von der AfD mit 8,2 Prozent. Volt erzielte 4,8 Prozent, die FDP 4,6 Prozent. Während AfD (+3,7 %-Punkte) und Volt (+1,1 %-Punkte) ihre Ergebnisse klar verbesserten, blieb die FDP (-3 %-Punkte) deutlich unter ihrem Niveau der vergangenen Wahl.

Im Vergleich zur letzten Wahl verschoben sich damit die Kräfteverhältnisse: Die CDU übernahm die Spitzenposition von den Grünen. Die AfD verzeichnete die größten Zugewinne, während auch Die Linke, Volt und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ihre Ergebnisse merklich ausbauten.

Stimmenanteile und -veränderungen

Neue Sitzverteilung im Frankfurter Römer

Nach der Kommunalwahl ordnete sich die Zusammensetzung der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung neu. Insgesamt umfasst das Stadtparlament im Römer 93 Mandate, die sich auf mehrere Fraktionen sowie kleinere Gruppen verteilten.

Stärkste Kraft ist die CDU mit 23 Sitzen. Es folgen die Grünen mit 19 Mandaten und die SPD mit 15 Sitzen. Weitere Fraktionen bilden Die Linke mit neun Sitzen, die AfD mit acht Mandaten, Volt mit fünf sowie die FDP mit vier Sitzen. Damit erreichten sieben Listen Fraktionsstärke, d. h. sie entsenden mehr als zwei Abgeordnete. Ergänzt wird das Spektrum durch mehrere kleinere Parteien und Wählergruppen, die jeweils einzelne Mandate erringen konnten.

Insgesamt sind 17 Parteien und Wählergruppen im neuen Parlament vertreten. Damit haben rund 77 Prozent der 22 angetretenen Wahlvorschlagslisten mindestens einen Sitz errungen. Für eine Mehrheit im Römer sind mindestens 47 der 93 Sitze erforderlich. Damit kommen rechnerisch nur Bündnisse aus drei oder mehr Partnern auf eine Mehrheit.

Die konstituierende Sitzung der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung ist für den 23. April 2026 angesetzt. In dieser ersten Sitzung tritt das neue Parlament im Römer zusammen und nimmt seine Arbeit auf, unter anderem mit der Wahl des Präsidiums und den organisatorischen Grundlagen für die kommende Wahlperiode.

Sitzverteilung in der neuen Stadtverordnetenversammlung

93 Sitze

1.116 Kandidatinnen und Kandidaten auf rekordverdächtigem Stimmzettel

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 15. März 2026 in Frankfurt am Main waren insgesamt 22 Listen zugelassen, die von Parteien und Wählergruppen eingereicht wurden. Auf diesen Listen standen 1.116 Bewerberinnen und Bewerber. Damit blieb die Zahl der Listen im Vergleich zur Kommunalwahl 2021 (-6) etwas niedriger, während die Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten leicht anstieg (+12).

Frankfurt am Main ist für großformatige Stimmzettel zur Stadtverordnetenwahl bekannt. Der Stimmzettel zur Kommunalwahl 2026 maß 144 mal 60 Zentimeter und war damit trotz weniger Listen gegenüber 2021 in der Breite um rund 20 Zentimeter gewachsen. Ursache hierfür waren mehrere lange Namen von Bewerberinnen und Bewerbern. Damit zählte der Frankfurter Stimmzettel erneut zu den größten in Deutschland.

Listen, Bewerberinnen und Bewerber

Fast die Hälfte stimmte ab: Frankfurterinnen und Frankfurter beteiligten sich wieder stärker

Am 15. März 2026 lag die Wahlbeteiligung bei 49,6 Prozent – damit beteiligte sich knapp die Hälfte der Wahlberechtigten an der Abstimmung.

Das war eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends. Nach dem Tiefpunkt von 39 Prozent in 2016 zeigte sich so eine Entwicklung nach oben. Zuvor war die Wahlbeteiligung über mehrere Wahlperioden hinweg tendenziell gesunken. Dennoch bleibt auch für 2026 festzuhalten, dass rund jede zweite Person nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch machte.

Parallel ist die Zahl der Wahlberechtigten leicht gewachsen. Mit 513.170 lag sie um 1.136 Personen über dem Niveau von 2021 – ein Effekt der weiterhin wachsenden Stadtbevölkerung.

Entwicklung der Wahlbeteiligung

Briefwahl nach Pandemie-Spitze rückläufig – langfristiger Trend blieb

Die Briefwahl hat sich bei den Frankfurter Kommunalwahlen langfristig etabliert. Lag ihr Anteil 2001 noch bei 19,5 Prozent, bewegte er sich bis 2016 bei rund einem Viertel (24,9 %) der Stimmzettel. 2021 kam es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu einem deutlichen Ausschlag: 56,6 Prozent der Stimmzettel wurden per Brief abgegeben.

Bei der Wahl 2026 ging dieser Anteil wieder auf 42,9 Prozent zurück. Die Mehrheit der Stimmzettel wurde damit erneut im Wahllokal abgegeben (57,1 %). Trotz dieses Rückgangs blieb die Briefwahl deutlich verbreiteter als in den Jahren vor 2021.

Das Interesse daran zeigte sich bereits im Vorfeld: Zwei Wochen vor dem Wahltag waren mehr als 110.000 Wahlscheine für die Stadtverordnetenwahl ausgestellt. Bis zum Wahltag stieg ihre Zahl auf 127.472. Damit beantragte knapp ein Viertel (24,8 %) der Wahlberechtigten die Teilnahme per Briefwahl.

Zur organisatorischen Bewältigung richtete die Stadt 200 Briefwahlbezirke ein. Die hohe Zahl an Briefwahlanträgen galt bereits im Vorfeld als Hinweis auf eine steigende Wahlbeteiligung und bestätigte sich mit dem Wahlergebnis.

Urnen- und Briefwählende

Wer profitierte von der Briefwahl? Deutliche Unterschiede zwischen Frankfurts Listen

Bei der Stadtverordnetenwahl 2026 wurden 42,9 Prozent der Stimmzettel per Brief abgegeben. Wie stark die einzelnen Listen davon profitierten, fiel jedoch sehr unterschiedlich aus.

Besonders hoch war der Briefwahlanteil bei kleineren Listen: So stammten bei IBF und ELF jeweils deutlich über 80 Prozent der Stimmen aus der Briefwahl. Auch die GUG erreichte mit rund drei Vierteln (76 %) einen außergewöhnlich hohen Anteil. Zwei weitere Listen, DFRA und PIRATEN, lagen über der Marke von 50 Prozent.

Bei den großen und etablierten Parteien zeigte sich ein ausgeglicheneres Bild. CDU, FDP und Volt erhielten jeweils knapp die Hälfte ihrer Stimmen per Brief. SPD (41,4 %) und GRÜNE (42,1 %) lagen etwas darunter, während bei der Linken der Briefwahlanteil unter 40 Prozent blieb.

Deutlich geringer war die Bedeutung der Briefwahl bei einigen anderen Listen: AfD, BIG und BSW erzielten jeweils nur knapp ein Drittel ihrer Stimmen über diesen Weg.

Anteile der Stimmen aus der Urnen- und Briefwahl nach Liste

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