Ergebnisse im Überblick
In Frankfurt am Main wurden neben der Stadtverordnetenversammlung bei den Kommunalwahlen am 15. März 2026 auch die 16 Ortsbeiräte gewählt. Auf den Stimmzetteln für die Wahl der Ortsbeiräte bewarben sich 1.635 Kandidatinnen und Kandidaten um die zu vergebenden 284 Mandate. Ihr passives Wahlrecht nahmen damit 125 Kandidierende mehr wahr als vor fünf Jahren.
Wahlvorschläge von 20 Parteien und Wählergruppen
Insgesamt 20 Parteien und Wählergruppen hatten Wahlvorschläge eingereicht und waren zugelassen – eine mehr als bei den Ortsbeiratswahlen 2021. Erstmals zu den Ortsbeiratswahlen angetreten waren Frankfurt-Sozial!, Gartenpartei Frankfurt am Main (Garteinpartei Ffm) sowie die Partei des Fortschritts (PdF).
Die PIRATEN sowie die 2021 in jeweils nur einem Ortsbezirk angetretenen Wählervereinigungen FREIE PARTEI FRANKFURT (FPF), FrankfurtWest, BHARAT (IND) und Vereinte Demokraten (VD) nahmen nicht mehr an den Ortsbeiratswahlen teil. Zwei Listen benannten sich um: DieFrankfurter (DFRA) traten 2021 als DIE FRANKFURTER (dFfm) an, ÖkoLinX als ÖkoLinX-ARL. Die EUROPA LISTE FÜR FRANKFURT (ELF) war zuletzt 2011 mit Kandidierenden zu den Ortsbeiratswahlen angetreten.
Vier Parteien und zwei Wählergruppen (CDU, SPD, GRÜNE, FDP, BFF und FREIE WÄHLER) stellten sich in allen Ortsbezirken zur Wahl. Die Linke (einmal zusammen mit der Wählergruppe die farbechten) trat in 14, die AfD in zehn, Die PARTEI, DFRA und Volt traten in acht Ortsbezirken an. Drei Wählergruppen kandidierten in nur jeweils einem Ortsbezirk.
CDU am häufigsten stärkste Kraft, GRÜNE hielten vier Ortsbezirke
Die CDU wurde in den Ortsbeiräten am häufigsten stärkste Kraft. In insgesamt zwölf der 16 Ortsbezirke erhielt sie die meisten Stimmen. Dahinter folgten die Grünen, die 2021 noch in neun der 16 Ortsbezirke gewonnen hatten. Sie gewannen in vier Ortsbezirken die Stimmenmehrheit. In diesen hatten sie auch 2021 schon vorn gelegen.
Wechsel an der Spitze in sechs Ortsbezirken – von den Grünen bzw. WBE zur CDU
Insgesamt wechselte in sechs Ortsbezirken die stärkste Partei bzw. Wählergruppe im Vergleich zur Wahl 2021. In fünf Ortsbezirken überholte die CDU die Grünen. Die Wählervereinigung WIR BERGEN-ENKHEIMER gab, nach zwei Wahlperioden als stärkste Kraft im Ortsbezirk 16 – Bergen-Enkheim, diese Position wieder an die CDU ab. Üblicherweise stellt die stärkste Fraktion den Vorsitz des Ortsbeirats. Mit einem Wechsel der stärksten Kraft ändert sich jedoch nicht zwingend die Parteizugehörigkeit der Ortsvorsteherin oder des Ortsvorstehers. Sie oder er wird nach § 82 Abs. 5 der Hessischen Gemeindeordnung aus der Mitte des Ortsbeirats gewählt, benötigt für die Wahl also eine Mehrheit der Ortsbeiratsmitglieder.
Wahlvorschläge mit den größten Stimmenanteilen
In elf der 16 Ortsbezirke sind mehrere Stadtteile zusammengefasst, die Stadtteile Bergen-Enkheim, Harheim, Kalbach-Riedberg, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach bilden jeweils einen eigenen Ortsbezirk. Die Zahl der Sitze in den Ortsbeiräten richtet sich nach der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner in den jeweiligen Ortsbezirken. Sie liegt zwischen knapp 5.000 und über 135.000. Ab 8.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und damit in 14 Ortsbezirken besteht der Ortsbeirat aus jeweils 19 Mitgliedern. In den Ortsbezirken Harheim und Nieder-Erlenbach setzt sich der Ortsbeirat jeweils aus neun Mitgliedern zusammen. Abhängig von ihrem Wohnort hatten die Wählerinnen und Wähler somit 19 oder neun Stimmen zu vergeben.
Rekordwahlbeteiligung in zwölf Ortsbezirken
Bei den Ortsbeiratswahlen 2026 waren insgesamt 511.860 Frankfurterinnen und Frankfurter wahlberechtigt. 251.975 von ihnen beteiligten sich an der Wahl und bestimmten damit die Zusammensetzung der 16 Ortsbeiräte für die kommenden fünf Jahre.
Die Wahlbeteiligung lag – alle Ortsbezirke zusammen betrachtet – bei 49,2 Prozent und damit nochmals deutlich über dem Niveau der Ortsbeiratswahlen 2021, an denen sich 44,9 Prozent beteiligten. Besonders stark stieg die Beteiligung mit einem Plus von 5,7 Prozentpunkten im Ortsbezirk 11, während sie im Ortsbezirk 1 um 2,4 Prozentpunkte nur vergleichsweise wenig anzog.
Wie schon bei früheren Ortsbeiratswahlen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Ortsbezirken. In zwölf war die Wahlbeteiligung so hoch wie noch nie seit der erstmaligen Anwendung des jetzigen Kommunalwahlrechts 2001. Besonders hohe Beteiligungswerte gab es am nördlichen Stadtrand, in den Ortsbezirken 13 (64,3 %) und 14 (64,0 %) sowie im innenstadtnahen Ortsbezirk 3 (61,6 %), in denen mehr als sechs von zehn Wahlberechtigten ihre politische Vertretung vor Ort mitbestimmten. Am wenigsten beteiligten sich im Ortsbezirk 6, im Frankfurter Westen, wo weniger als vier von zehn (38,4 %) ihre Stimme abgaben.
Wahlbeteiligung
Anteil der Briefwählenden sank deutlich
Nach dem pandemiebedingt außergewöhnlich hohen Briefwahlanteil bei den Ortsbeiratswahlen 2021 – damals hatte die Mehrheit (56,4 %) per Brief gewählt –, ging dieser stark zurück. 42,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler nutzten 2026 die Briefwahl zur Stimmabgabe. Trotz dieses Rückgangs blieb die Briefwahl ein zentraler Bestandteil der Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen in Frankfurt.
Zwischen den Ortsbezirken bestanden nur moderate Unterschiede bezüglich der Briefwahlbeteiligung. Die Nutzung der Briefwahl schwankte zwischen 38,7 Prozent (Ortsbezirk 12) und 46,5 Prozent im Ortsbezirk 5.
Wahlberechtigte, Wählerinnen und Wähler, Wahlbeteiligung und gültige Stimmen
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Deutliche Altersunterschiede in den Ortsbeiräten
Die Altersstruktur in den neu gewählten Gremien unterscheidet sich weiterhin deutlich zwischen den einzelnen Ortsbeiräten. Das Durchschnittsalter der Gewählten liegt bei 53,1 Jahren und damit gut eineinhalb Jahre über dem Durchschnittsalter der Kandidierenden (51,5 Jahre). Die beiden jüngsten Ortsbeiratsmitglieder waren bei der Wahl 20 Jahre alt, das älteste 83 Jahre. Volt schickt die im Durchschnitt jüngsten Gewählten in die Ortsbeiräte. Sie sind im Schnitt 43,7 Jahre alt.
Der mit Abstand jüngste Ortsbeirat findet sich in der Innenstadt im Ortsbezirk 1 mit 41,4 Jahren, während die Mitglieder in den beiden östlichen Ortsbezirken 16 (59,2 Jahre) und 11 (58,7 Jahre) die im Durchschnitt ältesten sind. Im Vergleich zur Wahlbevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 48,8 Jahren (Stand 30.06.2025) bleiben die Ortsbeiräte insgesamt eher durch Ältere geprägt.
Politische Zusammensetzung der Ortsbeiräte sehr divers
Die politische Zusammensetzung der Ortsbeiräte ist auch nach der Wahl 2026 vielfältig. Insgesamt sind 13 Parteien und Wählergruppen in den Gremien vertreten – eine weniger als in der Wahlperiode ab 2021.
In mehreren Ortsbezirken veränderte sich das Parteienspektrum gegenüber der Wahl 2021. Die Zusammensetzung, hinsichtlich der in den Ortsbeiräten vertretenen Listen, veränderte sich in zwölf der 16 Ortsbeiräte, während sie in vier Ortsbezirken unverändert blieb. In den Ortsbezirken 3, 8 und 9 ist nun jeweils eine Partei bzw. Wählergruppe mehr vertreten. In den Ortsbeiräten 1 und 4 gibt es nun weniger einzelne Sitze kleinerer Listen. Dort haben nur noch sieben statt zuvor neun Listen einen Sitz. In den Ortsbeiräten 7 und 13 ist je eine Liste weniger vertreten.
AfD in sieben Ortsbeiräten erstmals vertreten, Volt in drei
In insgesamt zehn Ortsbeiräten konnte die AfD Mandate erringen und damit in sieben mehr als 2021. Volt holte sieben einzelne Mandate in sieben Ortsbeiräten und somit drei mehr als noch fünf Jahre zuvor. Die Linke sowie ELF zogen mit je einem Mandat in einen Ortsbeirat ein, in dem sie vorher nicht saßen. ELF wurde damit das erste Mal seit 20 Jahren wieder in einen Ortsbeirat gewählt. Mit der Wahl 2006 waren sie als E.L. (EUROPA LISTE) im Ortsbeirat 1 für eine Wahlperiode vertreten gewesen.
Andere Listen verpassten hingegen den Wiedereinzug in Ortsbeiräte, in denen sie zuvor vertreten waren. Die BFF fielen aus fünf, ÖkoLinX aus vier Ortsbeiräten. FDP und FREIE WÄHLER verpassten in jeweils zwei Gremien den Wiedereinzug. DFRA – 2021 als dFfm angetreten – und Die PARTEI verloren ihr jeweils einziges Mandat, das sie vorher in einem Frankfurter Ortsbeirat hatten.
CDU stellt mehr als jedes vierte Mandat in den Ortsbeiräten
Gemessen an der Zahl ihrer Sitze in den Ortsbeiräten war die CDU dort noch erfolgreicher als bei der Stadtverordnetenwahl. Mit 80 von 284 Sitzen stellt sie nun über 28 Prozent der Mandate. In allen Ortsbezirken konnte die CDU zulegen, außer im Frankfurter Westen. Im Ortsbezirk 6 büßte sie geringfügig Stimmenanteile ein (-0,8 %-Punkte). Am stärksten gewann sie im Norden des Stadtgebiets hinzu, in den Ortsbezirken 12, 13 und 14 um jeweils über sechs Prozentpunkte.
GRÜNE mit den größten Verlusten
Im Vergleich zur Wahl 2021, bei der sie besonders stark hinzugewonnen hatten, verzeichneten die Grünen die deutlichsten Stimmenverluste. In allen Ortsbezirken gingen ihre Stimmenanteile zurück. In der Folge erreichten sie mit 66 Mandaten zwölf weniger als 2021. Besonders deutlich waren die Rückgänge im Frankfurter Norden, in den Ortsbezirken 14 (-9,2 %-Punkte) und 15 (-7,1 %-Punkte). In zwölf der 16 Ortsbeiräte verloren die Grünen je einen Sitz.
SPD mit etwas mehr Mandaten als 2021
Die Ergebnisse der SPD veränderten sich nur geringfügig. Sie gewann im Ortsbezirk 9 3,4 Prozentpunkte hinzu und verlor im Ortsbezirk 11 mit einm Minus von 3,1 Prozentpunkten vergleichsweise stark (-1 Sitz). Alles in allem konnte sie ihr Resultat im Vergleich mit 2021 um stadtweit zwei Ortsbeiratssitze auf insgesamt 51 steigern.
Die Linke gewann insgesamt drei Ortsbeiratssitze hinzu
Die Linke steigerte ihren Stimmenanteil in zehn der 14 Ortsbezirke, in denen sie angetreten war. Insgesamt gewann sie so drei Sitze im Vergleich zu 2021 hinzu und kann, zusammen mit der Liste die farbechten / Die Linke, 29 Mitglieder in die Ortsbeiräte entsenden. Nur in den beiden kleinsten Ortsbeiräten 13 und 14 ist Die Linke nicht vertreten.
AfD deutlich stärker in den Ortsbeiräten vertreten
Die AfD, die 2021 stadtweit nur drei Mandate in den Ortsbeiräten errungen hatte, kann mit den Ergebnissen von 2026 insgesamt 17 Mitglieder in zehn Ortsbeiräte entsenden – in alle, für die sie angetreten war. Die größten Zugewinne verbuchte sie im Ortsbezirk 11, wo sie aus dem Stand 10,7 Prozent und damit zwei Sitze im Ortsbeirat holte. Die geringsten Zuwächse erreichte die AfD im Ortsbezirk 3 (+2,6 %-Punkte, 1 Sitz).
FDP büßte sechs Mandate ein und ist in zwei Ortsbeiräten raus
Die Freien Demokraten mussten in allen Ortsbezirken Verluste hinnehmen, die stärksten in den zentral gelegenen Ortsbezirken 1 (-5,2 %-Punkte) und 2 (-5,0 %-Punkte), wo sie mehr als ein Drittel ihrer Stimmen im Vergleich zu 2021 einbüßten. In den Ortsbezirken 11 und 13 führten die ebenfalls substanziellen Verluste auch dazu, dass die FDP nicht mehr im Ortsbeirat vertreten ist. Sie zieht mit 16 Mitgliedern in 13 Ortsbeiräte ein.
BFF verloren Beteiligung in fünf Ortsbeiräten
Die Bürger Für Frankfurt büßten in zwölf Ortsbezirken Stimmenanteile ein. Sie verloren infolgedessen in fünf Ortsbeiräten ihren jeweils einzigen Sitz. In zehn Ortsbeiräten gelang ihnen der Wiedereinzug.
Volt mit Zugewinnen und jetzt in sieben Ortsbeiräten vertreten
Volt konnte in allen Ortsbezirken zulegen, in denen die Liste antrat – außer im Ortsbezirk 3, wo Volt 2021 ihr bestes Ergebnis geholt hatte. Volt sitzt damit in sieben Ortsbeiräten mit je einem Mitglied, in drei davon ist Volt erstmals vertreten.
ÖkoLinX nur noch im Ortsbeirat 3
Außer im Ortsbezirk 5, wo ÖkoLinX erstmals antrat, musste die Liste in allen Ortsbezirken Verluste hinnehmen. ÖkoLinX verlor dadurch vier von fünf Sitzen in den Frankfurter Ortsbeiräten und sitzt nur noch im angestammten Ortsbeirat 3.
Wie unterschiedlich Frankfurt wählte: die Ortsbezirke im Detail
Insgesamt zeigen die Ergebnisse erneut, dass sich gesamtstädtische politische Trends und lokale Besonderheiten in den Frankfurter Ortsbezirken unterschiedlich ausprägten.
Wer zog neu in die Ortsbeiräte ein und welche Kandidierenden konnten dank vieler Personenstimmen Listenplätze gutmachen? Wie veränderte sich die Zusammensetzung der Gremien gegenüber 2021? Und die Kandidierenden welcher Listen erhielten besonders häufig zusätzliche Stimmen von Wählerinnen und Wählern, die anderswo ein Listenkreuz machten? Diese und weitere detaillierte Informationen finden sich in den Ergebnissen der einzelnen Ortsbezirke.