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Ausgabe 06/2026

Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Für 48 Mannschaften fiebern Menschen in Frankfurt mit

Autor:in

Von: Dr. Michael Wolfsteiner

Veröffentlichungsdatum

10.06.2026

Drei Gastgeberländer, sechzehn Austragungsorte, 48 Teams, 104 Spiele und 1.248 nominierte Spieler: Mit dem Anstoß im Stadion in Mexiko-Stadt startet am 11. Juni die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™, das größte Turnier seiner Art. Ausgetragen wird das Turnier in Kanada, Mexiko und den USA, die Eröffnung bildet die Partie zwischen Mexiko und Südafrika im Mexiko-Stadt-Stadion. Deutschland greift im neunten Spiel am 14. Juni in das Geschehen ein. Welche zwei Mannschaften sich dann am 19. Juli in New York/New Jersey1 gegenüberstehen, bleibt abzuwarten. Eines ist aber statistisch betrachtet sicher: In Frankfurt wird mitgefiebert und gejubelt.

48 Länder entsenden ihre Teams nach Nordamerika

Schottland (Gruppe C) ist in England enthalten (beide gehören zum Vereinigten Königreich), Curaçao (Gruppe E) in den Niederlanden; Quelle: FIFA.

Alle Nationen sind in der Stadt vertreten

Alle Nationen der Endrunde finden sich im Frankfurter Melderegister wieder. Damit dürfte das Turnier in unserer Stadt zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer finden.

92,8 Prozent der Frankfurterinnen und Frankfurter kämen potenziell als Fans in Frage. Mit Bezug zu den 48 Ländern leben 725.300 Menschen in der Stadt (Gesamtbevölkerung am 31.12.2025: 781.337). Davon stellen deutsche Staatsangehörige (ohne Migrationshintergrund) mit rund drei Vierteln die größte Gruppe (530.549, 73,1 %), Deutsche mit Migrationshintergrund und Bezug zu einer der weiteren Nationen machen 12,6 Prozent aus (91.714 Personen), etwas weniger als die Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (14,2 %, 103.037).

Frankfurterinnen und Frankfurter aus den qualifizierten Ländern

Quelle: Melderegister, Schottland ist in England enthalten (beide gehören zum Vereinigten Königreich), Curaçao in den Niederlanden.

Lediglich die Türkei und Kroatien als große Nationalitätengruppen qualifiziert

Von den zehn am häufigsten in Frankfurt vertretenen ausländischen Staatsangehörigkeiten2 sind lediglich die türkische und die kroatische unter den qualifizierten Nationen. 24.292 Frankfurterinnen und Frankfurter haben einen türkischen Pass und 20.217 türkische Wurzeln (gesamt: 44.509). Kroatien findet in Frankfurt 19.566 mögliche Unterstützerinnen bzw. Unterstützer, von denen 14.777 staatsangehörig sind und 4.789 einen Migrationshintergrund haben.

Marokko (27.073), Spanien (11.710) und der Iran (11.454) können auf die Unterstützung von jeweils mehr als 10.000 potenziellen Fans aus Frankfurt hoffen.

Auch wenn die Weltmeisterschaft ein Fußballfest ist, werfen doch die weltpolitische Lage und gesundheitliche Aspekte einen Schatten auf das Turnier.

So haben die USA ein Einreiseverbot gegen iranische (in Frankfurt 4.296 Personen), haitianische (7), ivorische (52) sowie senegalesische (83) Staatsangehörige verhängt. Für diese Nationen dürfen nur die Kader einreisen.

Aufgrund des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) könnte für die 82 Bürgerinnen und Bürger mit einem Pass dieses Landes die Reise zur WM schwierig werden, wenn sie sich in der letzten Zeit dort aufgehalten haben. Es bestehen starke Reisebeschränkungen, da unter anderem drei Wochen Quarantäne bei Einreise vorgeschrieben sind.

Deutschland steigt am 14. Juni in das Turnier ein

Für Deutschland geht es am 14. Juni in Houston gegen Curaçao los. In Frankfurt dürfte dann sehr einseitig mitgefiebert werden. Nicht viel anders sieht es im zweiten Spiel aus, bei dem die deutsche Nationalelf in Toronto auf die Spieler aus der Elfenbeinküste trifft. Während der Partie dürften 164 mögliche Fans der gegnerischen Mannschaft bei 530.549 Fans der deutschen Mannschaft kaum sichtbar sein.

Auch beim dritten Gruppenspiel am 25. Juni gegen Ecuador schauen eher weniger Fans der lateinamerikanischen Mannschaft nach New York/New Jersey. Von den insgesamt 443 Frankfurterinnen und Frankfurtern mit Bezug zu Ecuador gehören 199 diesem Staat an, bei 244 Deutschen liegen deren Wurzeln dort.

Weiterer Verlauf ist nicht vorherzusagen

Prognosen, welche Mannschaften ab dem Sechzehntelfinale aufeinandertreffen, lassen sich nur schwer stellen – dafür hält ein Turnier dieser Art zu viele Überraschungen bereit. Zugleich berechnet die FIFA mit ihrer Weltrangliste3 die aktuelle Leistungsstärke der Mannschaften nach einer komplexen Methode.4

Demnach stehen die Chancen auf einen Sieg für Argentinien (1.876,12 Punkte), Spanien (1.874,71) und Frankreich (1.870,70) am besten, wobei sie sich alle drei in einem Bereich von lediglich sechs Punkten Unterschied bewegen und es somit knapp werden könnte.

Ob sich also 687 Frankfurter Fans für Argentinien, 11.710 für Spanien oder 8.285 für Frankreich auf das Finale freuen dürfen oder vielleicht auch jemand ganz anderes, steht erst nach Abpfiff des zweiten Halbfinales am 15. Juli in Atlanta fest und wer dann am 19. Juli nach dem Finale in New York/New Jersey jubeln darf, bleibt bis dahin abzuwarten.

Fußnoten

  1. Genau genommen handelt es sich hierbei um East Rutherford in New Jersey, die FIFA bezeichnet das Stadion aber als New York/New Jersey.↩︎

  2. Deutsche mit Migrationshintergrund werden hier nicht betrachtet. Weitere Informationen zu den ausländischen Staatsangehörigkeiten finden sich in der FSA 05/2026.↩︎

  3. Die vollständige Rangliste findet sich unter https://inside.fifa.com/de/fifa-world-ranking/men, abgerufen am 09.06.2026.↩︎

  4. Eine detaillierte Beschreibung der Methode findet sich unter https://digitalhub.fifa.com/m/f99da4f73212220/original/edbm045h0udbwkqew35a-pdf.pdf, abgerufen am 05.06.2026.↩︎

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