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Ausgabe 15/2025

Es wird weiter geheiratet

Autor:in

Von: Rebecca Pinto

Veröffentlichungsdatum

02.10.2025


Krisen, Katastrophen und Kriege hindern die Frankfurterinnen und Frankfurter nicht am Heiraten. In 2024 wird über 2.639 Mal der Bund fürs Leben geschlossen, im Gegensatz zu nur 1.253 Scheidungen. Die Zahl der Eheschließungen sinkt dennoch seit 2018, wobei dieser deutliche Peak aufgrund der Einführung der “Ehe für alle” im Oktober 2017 entstanden ist.

Rückgang von Heiraten und Scheidungen

Die Zahl der Eheschließungen sowie der Ehescheidungen sind in den vergangenen Jahren gesunken. Waren es 1990 noch fast 3.620 Eheschließungen, fiel die Zahl 2007 auf einen Tiefstand von nur rund 2.500. Danach stieg die Zahl erneut und erreichte 2018 einen Höhepunkt mit 3.572 Eheschließungen aufgrund des Inkraftretens des “Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts”. Im Vergleich dazu sind es derzeit 532 Eheschließungen weniger.

Auch die Zahl der Scheidungen geht seit 1990 (1.765 gerichtliche Ehelösungen) tendenziell zurück. Der Rückgang ist hier weniger klar erkennbar, da die Zahlen relativ stark schwanken. Bis 2010 kletterte die Zahl der Scheidungen auf 2.052 und sinkt seitdem auf 1.253 im Jahr 2024.

Heiraten und Scheidungen

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt.

Meiste Ehen zwischen deutschen Ehepartnern

Die meisten Eheschließungen finden zwischen Ehepartnern statt, die beide die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Den größten Anteil hatten diese in den Jahren 1990 mit 71,7 Prozent, 1991 mit 70,3 Prozent und 2018 mit 69,7 Prozent. Die anteilig meisten Eheschließungen zwischen einem deutschen und einem ausländischen Ehepartner gab es 2003 mit 31,7 Prozent, 2002 mit 31,3 Prozent und 2001 mit 30 Prozent.

Scheidungen zwischen zwei deutschen Ehepartnern sind ebenfalls sowohl anteilig als auch absolut am häufigsten. Die Zahlen sanken von 72,4 Prozent im Jahr 1990 auf unter 50 Prozent von 2006 bis 2008. Die Zahl der deutsch/ausländischen Ehescheidungen entwickelte sich ähnlich und ist 2024 bei einem Tiefstand von 20,3 Prozent. Die Zahl der ausländischen Ehescheidungen steigt mit Schwankungen seit 1990 kontinuierlich an und liegt heute bei 19,5 Prozent. Zu berücksichtigen ist, dass der Anteil der deutschen Einwohnerinnen und Einwohner in der Bevölkerung deutlich über dem der ausländischen liegt. So sind 66,2 Prozent der volljährigen Bevölkerung Deutsche (427.905 Personen) und 33,9 Prozent Ausländerinnen und Ausländer (218.660 Personen).

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt.

Quelle: Melderegister.

Ehelösungen durch Scheidung oder Tod

Die meisten Ehelösungen kommen durch den Tod eines der beiden Ehepartner zustande. Diese Zahl sinkt seit 1990 kontinuierlich. Von 2.993 Ehelösungen durch Tod sank die Zahl auf den bisherigen Tiefstand von 1.993 im Jahr 2012. Seitdem steigt der Wert bis heute auf 2.029 an. Die Zahl der gerichtlichen Ehelösungen ist ebenfalls rückläufig und verringert sich von 1990 mit 1.765 auf 1.253 Ehescheidungen im Jahr 2024.

Ehelösungen nach Art

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt.

Ehen halten immer länger

1990 wurden die meisten Ehen noch nach fünf bis neun Jahren Ehedauer (31 %) geschieden. Seit 2008 sinkt diese Zahl und ab 2011 wird der größte Teil der Ehen erst nach zehn bis 19 Jahren geschieden. Auch die Anzahl der Ehen, die nur bis zu vier Jahre hielten, sinkt von 20,1 Prozent 1990 auf 12,2 Prozent 2024. Besonders stark steigt die Zahl der Ehen, die erst nach 20 Jahren und mehr geschieden werden, nach einem Tiefstand im Jahr 2000 von 14 Prozent auf 25,1 Prozent 2024.

Scheidungen nach Ehedauer

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt.

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